Sonntag, 19. Juli 2026

[Blogbeitrag] Respekt und Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber


Respekt und Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber


Heute wird es ein etwas emotionalerer Post. Weil gerade im realen Leben und auch in der Buchbubble auffällt, dass es da immer wieder Probleme gibt.

Wichtig ist mir im Vorfeld, zu erwähnen, dass ich niemanden angreifen will. Es geht mir eher darum ein Nachdenken anzustoßen, weil man oft auch selbst nicht merkt, was da schief läuft und vielleicht einen Blick von außen braucht.

Ich beginne beim realen Leben, da hier gerade mit meiner gerade diagnostizierten chronischen Autoimmunerkrankung (systemische Lupus erythematodes, kurz SLE) so einige Unstimmigkeiten im Beruf entstanden sind. Meine Familie und engsten Bekannten haben sich sofort informiert und wissen ab und an mehr als ich über diese Krankheit.

Vielen ist nicht klar, was diese Krankheit bedeutet, denn im Normalfall sieht man von außen nichts, denn wie in meinem Fall, wütet die Krankheit im Inneren bei den Organen und im Blut, und das oft unbemerkt und wenn man es zu spät erkennt, dann steht man vor riesigen Problemen oder man wird zumindest für ein paar Tage oder Wochen ausgeknockt. Deswegen sind unendlich viele Arztbesuche nötig.

In der Arbeit wissen vor allem meine Direktorin, ihre Stellvertreterin und ein paar enge Freunde bescheid über meinen Zustand und manche Probleme (sie wissen auch nicht alles, aber zumindest so viel, um abschätzen zu können, was möglich ist und was nicht.) die SLE mit sich bringt. Die restlichen Kollegen wissen, dass ich 3 Monate krank war und dann wieder voll in das Berufsleben eingestiegen bin. Vieles konnte ich verbergen, da ich einen Tag frei hatte und eben alle Arzttermine auf den Tag oder die freien Nachmittage verschob.

Leider wurden nun gegen Ende des letzten Schuljahres Stimmen laut, dass ich nur simuliere und unfähig sein, weiterhin Lehrerin zu sein, da man mit mir nicht mal Projekt- und Wandertage machen kann und mich immer im Lehrerzimmer verstecke. Aber nicht direkt, damit ich mich hätte äußern können, sondern hinter meinen Rücken. Diese Anschuldigungen und in meinen Augen respektloses Verhalten tat unheimlich weh, denn ich wusste, dass dahinter mehr steckte, auch meine Kollegen, die mehr wissen, wie es um mich steht, haben mich zu beruhigen versucht. Aber ich konnte mir nicht helfen, ich nahm es zu persönlich, fiel in ein Loch, das auch meine Symptomatik verschlimmerte.

Und nun ist mir eines klar geworden: Sie wussten es nicht besser. Wer kennt schon die Krankheit SLE? Fast niemand, außer man sieht sich Society Magazine (Selena Gomez, Seal, ...), Dokumentationen über Krankheiten oder Arztserien (Dr. House) an. Ich muss aus meinem Schneckenhaus raus und Verantwortung gegenüber mir selbst und auch den anderen einfordern. Das erzählen meiner Krankheit an die "falschen" Leute hat den Frust meiner Kollegen noch weiter angefacht und ich habe es nicht bemerkt, habe mich durch Selbstzweifel selbst angreifbar gemacht, anstatt endlich in die Offensive zu gehen.

Nun sitze ich vor dem PC und versuche seit Stunden einen Bericht zu schreiben, der die anderen aufklärt über Lupus und meine Probleme, ohne mich völlig "nackig" zu machen. Denn ich will kein Mitleid. Ich will Respekt vor meiner Person, Hilfe, wenn ich zu stur bin, welche einzufordern und gemeinsame Momente, die man erleben kann.

Dazu muss aber klar sein, dass ich nicht aus Jux und Tollerei nicht auf Wandertage gehen kann, sondern auf Grund meiner Probleme, die sich auf das Herz und die Nieren niederschlagen. Ich kann nicht auf einen Berg und wieder hinunter wandern. Vermutlich würde ich es nicht mal bis zur Talstation schaffen. Klar bin ich bei der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie und trainiere jeden Tag, damit es nicht unkontrolliert fortschreitet und ich meinen momentanen Stand noch lange halten kann. Aber keiner kann mir sagen, wann der nächste Schub kommt und vor allem wo. Da möchte ich nicht mit SchülerInnen unterwegs sein, die dann vielleicht den Schock ihres Lebens erleben.

Ihr seht, es ist nicht leicht. Aber genauso sehe ich die Buchbubble. Da geht es einfacher zu kaschieren. Ich kann es mir mit dem Kindle vorlesen lassen, auf Hörbücher umsteigen oder einfach die Schrift so groß stellen, dass ich selbst an schlechten Tagen zumindest 50 Seiten lesen kann. Tatsächlich muss ich mir eingestehen, dass es auch bei der Kraft in den Händen und bei der Sehkraft Probleme gibt, aber will ich es laut sagen? Nein, ich will es nicht akzeptieren, dass die Probleme mich versuchen zu überrollen, ich will mein Hobby ausleben wie ich es will und zumindest einen Hauch von Normalität wahren.

Auch hier muss ich Verantwortung übernehmen. Ich kann viele Bücher lesen, an manchen Tagen sogar mehr als eines und an anderen Tagen geht nichts. Zwar nicht, weil ich nicht will oder in einer Leseflaute stecke, sondern weil die Konzentration nicht da ist oder ich einfach zu müde bin, dass sich nichts mehr normal anfühlt.

Ich werde alle mir anvertrauten Bücher lesen (ich habe da meine Möglichkeiten), aber manchmal geht es nicht von heute auf morgen wie früher. Hoffentlich ziehe ich mit dieser Erkenntnis nicht zu viele Probleme auf mich, aber so ist im Moment meine Realität. Aber es kommen bessere Zeiten laut meinem Arzt, in 2-3 Jahren dürfte ich alle Stolpersteine überwunden haben und wieder im vollen Umfang bloggen und leben können. Aber bis dorthin wird es ein steiniger Weg.

Was allerdings im vollen Umfang funktioniert sind die Autorentage. Also Werbung für die Bücher ist auf jeden Fall möglich, allerdings brauchen manche Interviews länger bis ich sie verschicken kann, weil mir die Schwellungen in den Händen Probleme machen.

Aber nun genug davon.

Bitte denkt in Zukunft daran, dass man nicht immer alles sieht, warum etwas nicht so läuft, wie man es sich vorstellt. Sucht das Gespräch und handelt respektvoll, denn ob man es glaubt oder nicht, manchmal tun Wörter mehr weh, als ein Schwert zwischen den Rippen.

Sonntag, 5. Juli 2026

[Blogbeitrag] Insta, du hast dich verändert. Zum Guten? Zum Schlechten? Oder gar nicht?



Insta, du hast dich verändert.
Zum Guten? Zum Schlechten?
Oder gar nicht?


In der letzten Zeit fällt es immer mehr auf, dass sich die Buchbubble wieder einmal kräftig verändert. Ob das gut, ob es schlecht ist oder ob keine Veränderungen sichtbar sein werden, das wird die Zukunft zeigen.

Aber ich möchte einiges ansprechen, was sich leider in den letzten Jahren verändert hat.

Veränderungen - so heißt es - sind immer gut. Man soll sie annehmen und falls es doch nicht gut ist, aus den Konsequenzen lernen oder sich - was am leichtesten anmutet - sich einfach den Gegebenheiten anpassen.

Und da ist das Problem. Ich sehe ein Problem und spreche es, wie auch im Beruf, an. Dies kommt nicht gut bei manchen, weil sie sich bedroht fühlen oder von Neid zerfressen werden, weil sie es eben nicht von selbst gesehen haben oder sehen wollten. Das wird ein Problem auch im Beruf und nicht nur auf Insta.

Tatsächlich kann ich im Moment so viele Sachen aufzählen, die schief gelaufen sind bzw. schief laufen und das nur innerhalb eines Monats. Wie man arbeitet, um alles wieder zu fixen. 
Eines kann ich euch allerdings sagen, bei manchen Menschen (egal ob jung oder alt) muss man mit Sarkasmus und Ironie aufpassen, denn es wird einfach nicht mehr verstanden. Sie sehen einen witzig gemeinten Spruch als Angriff auf Leib und Leben.

Egal, es soll um die Buchbubble gehen, der Beruf ist eine andere Geschichte und damit könnte ich ebenfalls ganze Bücher füllen.

Sachen, die mir aufgefallen sind:

1. Verlage schließen ohne Vorwarnung - Gerade in der letzten Zeit ist es tatsächlich fast an der Tagesordnung, dass irgendwelche Hiobsbotschaften die Social Media Seiten durchbrechen. Obwohl schon vorher einige Gerüchte leise im Hintergrund goren, kam die eine oder andere Schließung abrupt und fast völlig aus dem Nichts. Die Verlage ließen sich noch auf Messen feiern und AutorInnen, die am Vortag noch Release gefeiert hatten, stehen ohne Verlag und ohne Ansprechpartner da, müssen hoffen, dass sie ihre Rechte wieder zurückbekommen.

2. Verlage kündigen an, dass es keine Prints mehr geben wird - Nach dem Motto, mich wondart gar nichts mehr. Die Timeline war die letzten Tage voll mit dem Thema. Man kann es irgendwie verstehen, dass Auflagendruck sehr teuer ist und man als Verlag ein gewisses Risiko im Vorfeld eingeht. Aber von jetzt auf gleich einfach mit der Entscheidung konfrontiert zu werden, das schockiert gerade die Buchwelt (und nicht nur die betroffenen AutorInnen, sondern auch LeserInnen). Lösungen werden gesucht und wurden teilweise schon gefunden.

3. Die ständigen Anfeindungen - Hier meine ich BloggerInnen gegen BloggerInnen, AutorInnen gegen BloggerInnen und umgekehrt. Auch hier läuft einiges im Moment schief und auch ich gehöre manchmal zu den Menschen, die auf einmal geblockt und geghostet zurückbleiben. Ja, die Zusammenarbeit mit AutorInnen ist toll, die Leute, die man in der Buchbubble kennenlernt, sind fantastisch. Man findet so viele tolle Personen, aber es gibt auch Negativbeispiele. (wie überall im Leben). Wie ich nach meinem letzten Jahr offen kommuniziert hatte, war ich sehr krank, konnte teilweise nichts mehr selbst machen, so fiel mir auch das Lesen sehr schwer, dementsprechend mühsam kamen die Rezensionen schon seit zwei Jahren rüber (wollte es nicht einsehen, wie weit es wirklich fehlte). Nun, da ich weiß, was es war, war diese Entwicklung der Norm entsprechend bei diesem Krankheitsbild. Es gab sehr verständnisvolle AutorInnen, aber es gibt auch das Gegenteil, die die mich, weil die Rezension nur sehr langsam online ging, mich blockten, vorher noch in den Bloggergruppen beschimpften, dort rauswarfen und schließlich überall, wo es ging sperrten und mich mit ihrem Fakeaccount trotz allem verfolgten.

4. Die KI-Problematik - Einige Autoren reagieren verständnisvoll, wenn man nachfragt, ob irgendwas wegen KI zu kennzeichnen ist. Manche wissen noch immer nicht den Unterschied zwischen assKI und genKI. Manche verteufeln einen, weil man tatsächlich ihre Künste absprechen will. Designer und Verlage blocken einen, weil sie ihre Arbeit bedroht fühlen, AutorInnen werden aufgerufen, die Arbeit mit KI-Verweigerern zu unterlassen und keiner kommt auf die Idee zu fragen, warum mehr als einer in ihren Werken KI sieht. AutorInnen brechen die Zusammenarbeit ab, weil sie mit "Fortschrittsverweigerern" nichts zu tun haben wollen usw. Da fragt man sich schon, was ist los mit euch? Macht euch eine einfache Frage so viel Angst, dass die einzige Antwort darauf abstreiten, schreien und zetern ist? Warum seht ihr nicht genauer nach? Geht dem möglichen Gerüchten nach und steht zu den Fehlern, die wissentlich oder unwissentlich (bei manchen kann man sich nicht sicher sein) entstanden? Ich weiß, zu Fehlern stehen tut weh, aber bringt einen meist auch weiter. Offenheit ist das Zauberwort.

5. Verlage posten Beiträge, wo noch der KI-Nachsatz dabeisteht und alle Blogger posten es ohne mit der Wimper zu zucken. - Der Verlag muss dann eine Rechtfertigung posten, sich im Prinzip völlig bloß darstellen, nur weil an anderer Stelle etwas schief gelaufen ist. Wo sind wir nur gelandet? Die Buchbubble sollte eine kritische, reflektierte Gruppe sein, die eben Bücher bespricht, die mögliche Fehler aufdeckt, Juwelen findet oder sogar Diamanten presst. Und was ist das jetzt? Ein Haufen Menschen, die einfach macht, was man ihnen sagt? Nein, das will ich nicht, das kann nicht Sinn und Zweck oder Ziel der Buchbubble sein.

6. BloggerInnen, Verlage und auch AutorenInnen nehmen alles hin - Gerade in der letzten Zeit wird immer mehr gefordert, dass BloggerInnen und AutorenInnen wertgeschätzt werden sollen. Aber da gibt es ein Problem. Wenn BloggerInnen und AutorInnen keinen Respekt vor echter Kunst haben und alles was sie finden in die KI werfen oder auf KI-generierte Bilder pappen, wie soll man das dann als Wertschätzung definieren? AutorenInnen, DesignerInnen und Verlage müssen jedes Mal darauf aufmerksam machen, dass es nicht gewünscht und nicht erlaubt ist, KI zu verwenden, obwohl es auch im Impressum steht.

7. BloggerInnen, die unbelehrbar sind - Jedes Mal wieder muss aufmerksam gemacht werden auf das bereits gesagte. GenKI ist nicht nur eine Ressourcenverschwendung, schlecht für die Natur und sieht nicht mal schön aus. BloggerInnen meinen, dass glattgebügelte Figuren, die aussehen, als hätten sie den Jahresvorrat an Botox verarbeitet, schöner sind, als von echten Menschen in mühsamer Kleinarbeit gestaltete. Da fragt man sich wieder, wie weit ist es gekommen? Vor 10 Jahren hatten wir quasi nichts, da hatten wir ein Cover und mussten Facebookbeiträge zusammenzimmern, ohne viele Bilder, einfach nur mit Text. Wo sind die Blogger hin, die einen echten Blog haben und auch mal Blogbeiträge verfassen und nicht nur kurze Stories?

Ich wünsche mir, und ich weiß das ist sehr viel verlangt, eine Buchbubble, die wieder miteinander liest, reflektiert und gemeinsam tolle Leseschätze entdeckt. Ab und zu komme ich mir ziemlich allein vor. Da ich ziemlich abseits des Mainstream lese, die Verlagsbücher der großen Verlage nur vom vorbeiscrollen kenne und scheinbar jeder alles toll findet, außer er liest ein Buch von SPlern oder Kleinverlagen. Was ist passiert? Ich finde so oft tolle Schätze bei den SPlern, die Bücher sind hochwertiger und teilweise sogar besser lektoriert und korrigiert als andere. Zudem nehmen Blogger in letzter Zeit jeden noch so hässlich KI generierte Cover einfach so hin und jubeln über so manches mehr, als sie sollten. Natürlich gebe ich zu, dass manche wirklich toll aussehen, auf dem ersten Blick, aber wenn man dann in die Tiefe geht, stimmt einfach nichts zusammen. Perspektive, Schatten usw. Genau da stehen wir im Moment. Ich weiß, ich habe heute ziemlich ausgeteilt, aber ich bin jemand, der Sachen anspricht, auch wenn es wehtut, vielleicht einen Einbruch der Sichtbarkeit oder Followereinbußen mit sich bringt.

Aber wie seht ihr es? Seid ihr eher Team ich nehm alles hin oder ich spreche es an und lebe mit den Konsequenzen?

[Blogbeitrag] Vom Mut und dem Zurückrudern

Heute möchte ich einmal über Mut und das Zurückrudern sprechen. Wie ihr alle wisst, habe ich vor ein paar Wochen über meine chronische Krank...