Donnerstag, 25. Juni 2026

[Blogbeitrag] Werbung kennzeichnen!? - Muss ich das?



Werbung kennzeichnen!? -
Muss ich das?

Das ist keine Rechtsberatung, nur eine kurze Zusammenfassung dessen, was seit 2016 (Beginn meiner Blogtätigkeit) gilt, 2020 nachgebessert, somit einiges verändert bzw. nachgebessert wurde und nun wieder einmal nachdrücklich, aber nicht rechtskräftig, verkündet wurde.

Das mit den Rezensionsexemplaren ist gleichzeitig leicht und auch kompliziert.

Alle kennen den aktuellen (nicht rechtskräftigen) Urteils aus dem Landesgericht Köln mittlerweile. Der Unterschied zu früher: Man muss jetzt im Bild schon kennzeichnen und in der Caption würde es nicht mehr reichen. Aber wusstet ihr, dass es schon seit ich vor 10 Jahren mit dem Bloggen begonnen habe eigentlich schon immer zu machen ist, aber es auch einige Grauzonen gibt?

Was ist Werbung und wie muss ich es kennzeichnen?

Wenn du Blogger bist, musst du Werbung deutlich und eindeutig kennzeichnen. Es genügt nicht, wenn du irgendwo ganz unten einen Hashtag #ad oder #werbung setzt, es muss oben deutlich hingeschrieben werden. Am besten als aller erstes in deinem Post.

Aber was ist eigentlich jetzt Werbung und ab wann gilt diese Kennzeichnungspflicht?

Sobald du für einen Beitrag eine Gegenleistung erhältst oder ein Produkt kostenlos zur Verfügung gestellt bekommst - auch Affiliate-Links zählen dazu -, musst du kennzeichnen. Allerdings ist die Grenze zwischen privatem Post und Werbung fließend und sobald auch nur die Möglichkeit einer geschäftlichen Absicht - egal ob in Form von Geld, Produkten oder Dienstleistungen - besteht, ist es im besten Fall zu kennzeichnen.

Kennst du den Unterschied zwischen Produktgeschenken, Affiliate-Links, indirekte Werbung oder bezahlte Beiträge? 
Nein? Dann hier eine kleine Erklärung. Du kannst Produkte erhalten als Gegenleistung für einen Post, dazu gelten auch Rezensionsexemplare oder Merch.
Du teilst Links in deinen Beiträgen und erhältst dafür kleine Provisionen? Super, dann sind das Affiliate-Links und müssen fix als Werbung markiert werden, da du dadurch ja Geld von den Firmen bekommst.
Wenn du Geld bekommst, um einen Beitrag zu machen, gilt das auch als Werbung.
Und besonders Tricky der letzte Punkt, wenn du indirekte Werbung durch T-Shirts oder Plakaten an der Wand machst, dann musst du das als Werbung kennzeichnen, denn es ist indirekte Werbung, auch wenn du nicht gesponsert wirst.
Achte auch darauf, ob du in deinem Landkreis, Bundesland oder Land das auch beim Finanzamt abführen musst. Denn eigentlich - außer es ist anders geregelt - muss man ab dem ersten angenommenen Rezensionsexemplar, eine Liste führen und diese dann als Einnahmen beim Finanzamt abführen. Ab und an ist es auch Pflicht Gewerbe (dazu allerdings, weil sehr umfangreich, in einem anderen Beitrag mehr, da es hier den Umfang sprengen würde) dafür anzumelden.
Hier noch einmal genauer:
Auch kostenlose Rezensionsexemplare sind steuerpflichtig, wenn man diese im Rahmen einer gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit (hier fällen auch BloggerInnen und AutorInnen rein) erhält. Sie gelten als geldwerter Vorteil und müssen als Einnahme erfasst werden, denen jedoch meist die gleichen Ausgaben (Buchwert) gegenüberstehen, sodass in der Regel ein steuerneutraler Gewinn von 0 Euro entsteht.
Die steuerliche Behandlung hängt von der Art der Nutzung und dem Weiterverkauf (wobei wir Blogger hoffentlich alle wissen, dass ein Verkauf von Rezensionsexemplaren verboten ist) ab.
  • rein private Nutzung: Behalten oder lesen des Buches privat, ohne Weiterverkauf --> es fällt keine Steuer an.
  • betriebliche Einnahme: Wenn man einen Blog, einen YouTube-Kanal oder eine andere Monetarisierungsplattform nutzt, muss man den Ladenpreis des Buches in der Einnahmensüberschussrechnung (EÜR) als Betriebseinnahme und den gleichen Betrag als Betriebsausgabe buchen.
  • Es kann auch Umsatzsteuer anfallen: Bei umsatzsteuerpflichtigen Selbstständigen kann auf den privat genutzten Anteil eines betrieblichen Rezensionsexemplar (in Österreich als Entnahme bezeichnet) Umsatzsteuer anfallen.
Wichtig ist allerdings auch, dass du dich regelmäßig über Änderungen der rechtlichen Vorgaben informierst, denn wir leben in einer schnelllebigen Welt und was gestern so war, kann morgen schon ganz anders sein. Und oft sind auf den verschiedenen Plattformen, wo du unterwegs bist andere Regeln zu beachten.

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